Spektakulärer Bitcoin-Betrug: Alexander Vinnik (ehemaliger Chef von BTC-e) vor Gericht. Russland sowie auch die USA forderten die Auslieferung.

Alexander Vinnik, dem ehemaligen Chef der Bitcoin-Börse BTC-e wird zunächst in Frankreich der Prozess gemacht. Die Vorwürfe gegen Vinnik sind zahlreich.

Vinnik muss sich in Frankreich vor Gericht verantworten. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP ordnete ein Richter aus Paris das Verfahren gegen den ehemaligen Betreiber der Bitcoin-Börse BTC-e an. Die Anklagepunkte gegen den Russen belaufen sich demnach auf „Erpressung, erschwerte Geldwäsche, kriminelle Vereinigung und betrügerischer Zugriff auf und Veränderung von Daten in Datenverarbeitungssystemen.“

Über 300.000 Bitcoins (momentan 3,4 Milliarden US-Dollar) soll Vinnik über seine einstige Krypto-Börse gewaschen haben. Damit handelt es sich mutmaßlich um eine der größten Betrugsaffären der heutigen Zeit. Vinnik wurde mittels Haftbefehl der USA 2017 während seines Griechenland-Urlaubs verhaftet. Infolge fand zwischen Washington, Moskau und Paris ein diplomatisches Tauziehen um seine Auslieferung statt. Schließlich im Januar diesen Jahres überstellten die griechischen Behörden Vinnik an Frankreich.

Bitcoin-Betrüger ist international gesucht

Vinnik und seine Anwälte setzten sich in den vergangenen Jahren für seine Auslieferung nach Russland ein. Schließlich wirft ihm sein Heimatland lediglich Betrug in Höhe von 11.000 US-Dollar vor.

In den Vereinigten Staaten stehen die Dinge für den ehemaligen Bitcoin-Unternehmer hingegen deutlich anders. Die dortige Anklageschrift umfasst insgesamt 21 Punkte und US-Behörden erhoben bereits eine Strafe in Höhe von 110 Millionen US-Dollar gegen BTC-e. Vinnik selbst muss 12 Millionen US-Dollar zahlen. Ihm drohen in den USA zudem bis zu 55 Jahre Haft.

Wie tief geht der Kaninchenbau?

Die Vorwürfe gegen Vinnik sind bei weitem nicht am Ende. Die Neuseeländische Polizei beschlagnahmte im Juni ebenfalls 90 Millionen US-Dollar aus dem Besitz des Russen. Dieser Betrag soll dem Schaden entsprechen, den Vinnik durch die Billigung von Geldwäsche auf seiner Bitcoin-Börse verursacht haben soll.

Doch das ist immer noch nicht genug. Untersuchungen der Wirtschaftsprüfer von PwC ergaben, dass BTC-e von 2014 bis 2017 für die Verarbeitung von 95 Prozent aller Ransomeware-Zahlungen verantwortlich war. Vinniks Bitcoin-Börse werden zudem Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU und der Hackergruppe Fancy Bear nachgesagt.

Angeblich soll Vinnik so gar in den legendären Hack der Bitcoin-Börse Mt. Gox verwickelt sein. Die Geldströme führten dabei nicht nur zu BTC-e sondern scheinbar auch in Vinniks private Bitcoin-Wallet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf BTC-Echo.

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