Globale Regulierungsbehörden warnen vor Datenschutzrisiken von Facebook’s Libra

Die Besorgnis um den Datenschutz bei dem Kryptowährungsprojekt Libra haben weltweit die Datenschutzbeauftragten auf den Plan gerufen

In einer gemeinsamen Erklärung äußerten Datenschutzbeauftragte aus Australien, Albanien, Burkina Faso, Kanada, der EU, Großbritannien und den USA Bedenken über Facebooks Libra. Facebook und seine auf die Krypto-Wallet fokussierte Einheit Calibra hat eine breite öffentliche Erklärungen zum Datenschutz abgegeben. Allerdings ist Facebook nicht speziell auf die Praktiken zum Umgang mit Informationen eingegangen, welche zum Schutz und zur Sicherung personenbezogener Daten eingesetzt werden sollen.

Da sich Libra auf einem schnellen Zeitplan für die Markteinführung befindet (geplant für 2020), fügten die Wächter hinzu: “Wir sind überrascht und besorgt, dass dieses weitere Detail noch nicht verfügbar ist”.

Facebooks Libra

Die Datenschutzbeauftragten haben auch eine Liste von Fragen erstellt. Facebook wird diese voraussichtlich beantworten. Darunter sind Fragen, wie das Libra-Netzwerk den Endnutzern klare Informationen darüber liefern wird. Wie werden ihre Daten von den Projektbeteiligten verwendet? Wie wird sichergestellt, dass die standardmäßige Datenschutzeinstellung keine Anstoßtechniken oder “dunklen Muster” verwendet? Werden Menschen dazu ermutigt, personenbezogene Daten an Dritte weiterzugeben oder ihren eigenen Datenschutz zu schwächen?

In der umfangreichen Frageliste bittet die Gruppe ferner um Zusicherung, dass Facebook “nur die für den Service erforderliche Mindestmenge” an personenbezogenen Daten verwendet.  Die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung muss gewährleistet sein.

Die personenbezogenen Daten der Nutzer müssen angemessen geschützt werden. Es sollten einfache Verfahren vorgesehen werden, damit die Nutzer von Libra ihre Rechte auf Privatsphäre ausüben können. Dies gilt auch für die Löschung ihrer Konten und die rechtzeitige Erfüllung ihrer Anfragen.

Die Wächter mussten sich zuvor mit Ereignissen befassen, bei denen Facebook weder den Erwartungen der Regulierungsbehörden, noch denen der eigenen Nutzer entsprochen hat. Deshalb wurden die Unterzeichner dieser Vereinbarung vorab aufgefordert, ihre Bedenken auszudrücken.

Die Erklärung gilt als der jüngste Aufruf zur Information über das Libra-Projekt.

Regulierungsbehörden aus Ländern wie der Schweiz und Singapur forderten offenere Informationen hinsichtlich der Pläne für das Projekt. Zwei Ausschüsse des US-Senats nahmen Facebook während dessen beiseite, um die verschiedenen Themen vor der Anhörung näher zu diskutieren.

Facebook antwortete, dass es keinen Zugang zu persönlichen Finanzinformationen haben wird, welche für seine geplante Kryptowährung gesammelt wurden. Der Leiter der Blockchain des Unternehmens, David Marcus, räumte jedoch ein, dass Dritte möglicherweise Produkte wie Wallets für Libra herstellten.

Diese Drittparteien wären für die Herstellung von Libra verantwortlich, sagte Marcus. “Es liegt in der Verantwortung dieser Anbieter, die Art der Informationen zu bestimmen, die sie von ihren Kunden benötigen. Ebenfalls liegt es in ihrer Verantwortung, die Vorschriften und Standards in den Ländern einzuhalten, in denen sie tätig sind”.

In der Veröffentlichung der gemeinsamen Datenschutzerklärung sagte die britische Informationskommissarin, Elizabeth Denham:

“Ich hoffe, dass diese Erklärung zu einem offenen und konstruktiven Gespräch anregen wird. Es muss sichergestellt sein, dass der Datenschutz ein wichtiger Bestandteil des Prozesses ist. Die Datenschutzbehörden müssen eine wichtige Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Libra einnehmen.”

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