EU und eine eigene Kryptowährung

Die EU rät der Europäischen Zentralbank die Einführung einer eigenen Kryptowährung zu prüfen. Das geht aus einem aktuellen EU-Entwurf hervor. Durch Facebooks Libra-Projekt stehen die Finanzminister zusehends unter Zugzwang.

Aus einem aktuellen EU-Entwurf geht hervor, dass die europäische Zentralbank die Einführung einer digitalen Währung prüft. Das hat das Nachrichtenmagazin Reuters, das sich auf einen Auszug des Entwurfs bezieht am 5. November berichtet. In dem Entwurf, über den im kommenden Monat abgestimmt wird, werden die Finanzbehörden aufgefordert Regularien für Kryptowährungen zu vereinbaren.

Die Bestrebungen der EU eine eigene digitale Währung einzuführen werden durch Facebooks geplante Kryptowährung Libra vorangetrieben. Die Finanzminister der Länder befürchten durch Facebooks digitale Währung eine Schwächung der Finanzsouveränität. Daher entwickeln sie derzeit Alternativen, um den Finanzsektor zu stabilisieren.

Der Entwurf sieht vor, dass die EU ein gemeinsames Krypto-Projekt entwickeln sollte. Das diene der Regulierung einer digitalen Währung und könnte das Risiko eindämmen, das von anderen Kryptowährungen ausgeht.

In dem Entwurf, der im kommenden Monat von den EU-Finanzministern verabschiedet werden könnte, heißt es:

    „Die EZB und andere EU-Zentralbanken könnten die Chancen und Herausforderungen der Ausgabe digitaler Währungen der Zentralbanken sinnvollerweise sondieren, indem sie auch konkrete Schritte in diese Richtung in Betracht ziehen.“
Weckruf durch Libra: EU forciert Krypto-Pläne

EZB-Vorstandsmitglied Benoît Cœuré hat im vergangenen Monat geäußert, dass die europäische Zentralbank Pläne für eine eigene digitale Währung vorantreibt. Das Projekt soll Verbrauchern die Verwendung von elektronischem Geld ermöglichen, das direkt bei der EZB eingezahlt wird und keine weiteren Banken oder Finanzintermediäre erfordert. Da dadurch geringere Transaktionskosten anfallen könnten, ist mit erheblichen Widerstand der Banken zu rechnen. Ob sich die Zentralbank gegen die Privatbanken durchsetzen wird, ist fraglich. Zumindest erhält sie derzeitig politischen Rückenwind durch die EU.

Die potenziell große Reichweite von Libra, die Milliarden von Facebook-Nutzern erreicht, hat die Regulierungsbehörden aufgeweckt. Die G7-Staaten haben jüngst ein gemeinsames Veto gegen Stablecoins hervorgebracht und fordern strengere Regulierungen.

Zudem hat der Bankenverband kürzlich ein Positionspapier vorgelegt, in dem sie mehrere Argumente für die Einführung eines digitalen Euros vorbringen und sich gegen Libra aussprechen.

Derweil versucht Facebook vom Libra-Projekt zu retten, was zu retten ist. Nachdem bereits Visa, PayPal und Mastercard ihren Rückzug aus dem Projekt verkündet haben, ist der Konzern umgeschwungen und plant aktuell die Einführung mehrerer Stablecoins.

Dieser Artikel erschien zuerst auf BTC-Echo.

Investiere in Kryptowährungen, bevor es zu spät ist!Klicke jetzt hier:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.