„Satoshi Nakamoto“ pleite?

Ist „Satoshi Nakamoto“ pleite? Der selbsternannte “Satoshi Nakamoto”, Craig Wright, kann den ausgehandelten Vergleich vor Gericht nicht zahlen.

Manchmal schlägt im Leben wohl das zurück, was wir allgemein als Karma bezeichnen. Denn der in Australien geborene IT-Experte und Geschäftsmann Craig Wright hat nun offiziell bescheinigt, dass er einen im Rahmen eines Gerichtsprozesses ausgehandelten Vergleich wohl nicht zahlen kann. Ist der selbsternannte Satoshi Nakamoto also pleite oder was machen die angeblichen 1.1 Millionen Bitcoin von Wright?

Es ist mal wieder Anfang der Woche. Für manche ein Grund zur Trauer, für manche ein Grund zur Freude. Fest steht: mit dem Wochenrückblick von Mirco verleihst du deinem Montag mehr Qualität. Die wichtigsten News und heißesten Berichte der letzten Woche gibt es wie immer zusammengefasst.

Craig Wright – Geldnot trotz „Satoshi Nakamoto“?

Das wichtigste in aller Kürze: Craig Wright hat bescheinigt, dass er einen Gerichtsvergleich (den er wohlgemerkt selbst anstoß) nicht finanzieren kann.

Basis der News sind ein Gerichtsdokument (siehe Quelle). Aus diesem Dokument geht hervor, dass der selbsternannte Satoshi Nakamoto sich aus einer bereit bestehenden Vergleichsvereinbarung zurückzog. So heißt es in dem Dokument wörtlich:

Am 30. Oktober wurde den Klägern, ohne vorherige Warnung, mitgeteilt, dass Craig den Vergleich nicht länger finanzieren könne und sich daher aus der nicht-verbindlichen Vergleichsvereinbarung zurückziehe.

Die gerade eben zitierte Stelle ist jedoch nicht die Quintessenz beziehungsweise der Grund des Antrags. Hauptziel des Dokuments, welches von der Klägerseite ausgeht, ist es, eine beschleunigte Anhörung von Craig Wright zu erzielen. Doch worum geht es überhaupt in dem Streit?

Craig Wright und David Kleiman – Bitcoin Mining seit Tag 1?

Ira Kleiman erhob 2018 Anklage gegen Wright im Namen (des Nachlasses) seines verstorbenen Bruders. Kleiman behauptet, dass Wright Geschäftsdokumente, E-Mails und andere Korrespondenzen manipuliert hat, um die Familie Kleiman zu betrügen.

Nachdem der Rechtsstreit sowie erste außergerichtliche Gespräche bereits begonnen hatte, einigten sich die beiden Parteien vor ca. zwei Monaten auf eine außergerichtliche Einigung. Diese sei nach beidseitigem Einvernehmen das beste für beide Parteien und auch in ihrem besten Interesse.

Im Rahmen des Vergleichs sollte Wright auf der einen Seite die Hälfte seines geistigen Eigentums abtreten. Die zweite Forderung betrifft jedoch die materielle Ebene. So sollte Wright die Hälfte der Bitcoin, die er vor 2014 mit David Kleinman gemined hatte, im Rahmen des Vergleichs abgeben. Die Summe, die hierbei genannt wurde, beläuft sich auf 500.000 Bitcoin. Zum aktuellen Zeitpunkt sprechen wir also von ca. 4.5 Milliarden US-Dollar, die Wright hätte zahlen müssen.

Aus dem Dokument geht nun auch hervor, dass die nicht-verbindliche Einigung auf einen Vergleich natürlich nur eingegangen wurde, da die Familie Kleiman davon ausging, dass Wright die notwendigen finanziellen Mittel für den Vergleich besäße.

800.000 Bitcoin im Besitz von Craig Wright?

So sagte Velvel Freedman, Mitglied der Staatsanwaltschaft, in dem eingereichten Dokument Folgendes:

„Diese Gespräche (Anmerkung: für den Vergleich) begannen auf Craigs Wunsch und aufgrund der Tatsache, dass Craig behauptete, dass er die Mittel hatte, einen Vergleich zu finanzieren.“

Wright, der sich selbst als Satoshi Nakamoto bezeichnet, sagte in der Vergangenheit bereits, dass er etwas mehr als 800.000 Bitcoin besitzen würde. Dementsprechend wäre die Summe von 500.000 Bitcoin zwar eine harte Strafe, dennoch blieben Wright danach 300.000 BTC zur eigenen Verfügung.

Wright wurde jedoch Ende August gerichtlich belangt, nachdem er von Richter Bruce E. Reinhart wegen Missachtung des Gerichts verurteilt wurde. Konkret hatte er es versäumt, eine vollständige Liste seiner Bitcoin-Adressen offen zulegen. Allein diese Tatsache sollte einem zu Denken geben, dass Mr. Wright nicht immer die Wahrheit sagt. Doch Craig Wright wäre nicht Satoshi Nakamoto, hätte er nicht immer die passende Ausrede parat (Vorsicht, Ironie).

Denn während der Anhörung behauptete Wright, dass seine Bitcoins wegen des Todes seines ehemaligen Geschäftspartners David Kleiman sowie eines komplizierten Verschlüsselungssystems nicht zugänglich seien. Leider – aus der Perspektive von Craig Wright – erachteten die Richter diese Argumentation jedoch als inkonsistent und nicht glaubwürdig.

Nun, da Wright den Vergleich nicht zahlen kann, werden die Anklagepunkte wiederum erhoben und die Causa wird im Rahmen eines Prozesses geklärt werden. Der Prozesstermin ist auf den 30. März 2020 festgelegt. Bis dahin können wir also gespannt bleiben, welches Märchen wir noch zu hören bekommen!

Dieser Artikel ist zuerst auf Cryptomonday erschienen.

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